Am Freitag fand Apple´s lange erwartete Pressekonferenz statt. Thema war das so genannte „Antennagate“, bzw. „Todesgriff“ Problem beim iPhone 4. Die Stimmung war wie erwartet schlecht, der Unmut der Apple Fanboys wurde schon seit Wochen immer wieder durch Ausreden und Anschuldigungen geschürt. Damit nicht genug greift Apple´s CEO Steve Jobs jetzt auch noch andere Smartphone-Hersteller an und macht den selbst verursachten Antennagate-Skandal dadurch nur noch schlimmer.
Das Problem des Verlusts von Sendeleistung beim Umfassen des Gerätes komme praktisch bei jedem Smartphone vor. So lautet die sinngemäße, freie Übersetzung des Statements des Apple Geschäftsführers. Man sei nicht perfekt, aber das sei ja schließlich niemand. Schnell wird exemplarisch anhand von Blackberry Bold 9700, HTC Droid Eris und Samsung Omnia II, direkt vor Ort gezeigt, dass auch diese Smartphones angeblich mit der gleichen Todesgriff Problematik zu kämpfen hätten, wie das iPhone 4.
Smartphone-Hersteller wehren sich
Die Empörung war nicht nur bei den jeweiligen Herstellern groß, denn nicht nur die iPhone Fangemeinde fühlt sich durch diese überzogene vergleichsweise Darstellung vor den Kopf gestoßen. Zudem soll ein Software-Update jetzt den Sendeverlust verschleiern - Entschuldigung: natürlich „ausgleichen“. Wie bereits diverse Ingenieure im Internet verlauten ließen, habe ein Update allerdings absolut keine positive Wirkung auf den Signalempfang des Geräts, wenn ein Kurzschluss durch das „falsche“ Halten des Gerätes ausgelöst werde. Anscheinend kommt es zu einem solchen Kurzschluss, wenn die obere Umrandung des iPhone 4, welche einen Teil der Antenne enthält, mit der unteren Umrandung, die einen anderen Empfangsbereich der GSM bzw. UMTS und WLAN Netze abdeckt, durch das Umschließen mit der Hand überbrückt werden.
Was empfiehlt uns Apple:
„Haltet das Gerät anders!“ Wow... dass wir Dummies auch nicht gleich darauf gekommen sind! Eine super Empfehlung für ein 1000 Euro teures Gerät, mit offensichtlichem Designfehler ist natürlich der Hinweis darauf, dass die Leute es einfach falsch benutzen! Was uns wiederum, wie schon so oft zu einem Preisvergleich anregt, da vergleichsweise Produkte von Blackberry, HTC und Samsung nur knapp die Hälfte kosten und offenbar keine Todesgriff-Probleme haben.
Apple fehlt die langjährige Erfahrung
Nokia weist sogar explizit auf seine langjährige Erfahrung im Antennenbau hin, da bereits 1998 mit dem Nokia 8810 das erste Mobiltelefon mit integrierter Antenne auf den Markt kam. Der Blackberry Hersteller RIM wirft Apple sogar vor, der iPhone-Hersteller wolle nur von eigenen Fehlern ablenken, indem er andere bezichtige. Das sei absolut inakzeptabel. RIM betonte, dass Apple Design-Entscheidungen beim iPhone 4 gefällt habe, deren Konsequenzen der Konzern nun auch tragen müsse. Unterschiedlichen Quellen zufolge wurde mittlerweile zudem bekannt, dass Apple dringend 3-8 Ingenieure sucht, mit einschlägiger Erfahrung im Antennenbau.
Rückruf würde Milliarden kosten
Experten zufolge wurden bereits in den ersten Wochen seit Verkaufsstart bereits etwa 3 Millionen iPhone 4 verkauft, dass Apple mit einer Rückrufaktion einen geschätzten Verlust in Milliardenhöhe machen würde. Alleine die Nachbesserung des Antennendesigns würde pro Gerät schätzungsweise 100USD kosten und ein Produktionsstopp sei noch nicht einmal geplant. Apple hofft jetzt darauf, dass die Kunden eine billige Plastikhülle als Entschädigung für das Problem akzeptieren, welche ursprünglich einmal knapp 29,90 USD im Handel kosten sollte, aber zweifelsohne nur wenige Cent in der Herstellung.
Das iPhone 3GS die bessere Wahl?
Auch wenn Apple weiter mit TV-Spots auf Facetime aufmerksam machen will, obwohl Videotelefonie seit Jahren ein Standard bei vielen Herstellern ist, das Thema „Antennagate“ dürfte damit noch längst nicht vom Tisch sein und für weiteren heißen Diskussionsstoff sorgen. Mitarbeiter eines Handyshops haben mir diese Woche auf Nachfrage sogar dazu geraten anstatt des iPhone 4 weiterhin ein iPhone 3GS zu bevorzugen und vorerst kein Upgrade zu machen.











