Nachdem Apple im letzten Monat gleich zwei neue Alu-Design-Wunderwaffen auf den deutschen Markt gespült hat, ist jetzt eins ganz klar: An Arroganz kann man die Apfelnerds jedenfalls so schnell nicht übertreffen. Mit Magie hat das Zeug nämlich überhaupt nichts zu tun! Da schau ich mir doch lieber den neuen Trailer von Harry Potter 7 an!
Reine Business Anwender können - nach wie vor - nichts mit diesen schönen Apple Gadgets anfangen. iOS4, bereits auf dem neuen iPhone 4 und bald auch auf dem iPad als Update zu haben, ist nach wie vor als reines Entertainment-Spielzeug konzipiert, das mehr Zeit verschlingt, als man produktiv damit gestalten kann. Natürlich ist auch genau das die Strategie von Apple, da sie die Nutzung der Geräte auf iTunes und dem AppStore, sowie dem neuen iBook-Store von Apple aufbauen. Dieses Fundament steht grundsolide und ist eine Beispielhafte perfekte Integration von Software und Hardware und einem genialen Business Modell, das sich für Apple bisher als wahre Gelddruckmaschine erwiesen hat – aber es ist eben eine reine Entertainment Geschichte!
Kritikpunkte gibt es wahrlich genug. So kann man bisher von iPhone & iPad noch nicht einmal ein Foto direkt auf eine Webseite hoch laden, sondern muss z.B. selbst für den Fotodienst Flickr eine E-Mail an Flickr mit den Fotos schicken. Auf Facebook konnte ich jedenfalls mit keinem Browser Fotos hochladen, weder mit Safari, noch mit alternativen Browsern, genauso wenig, wie auf andere Seiten, die ich ausprobiert habe. Eigentlich eine selbstverständliche Banalität, aber angeblich hat das etwas mit der internen Datenstruktur des Apple Betriebssystems zu tun, wird sich also nicht einfach so beheben lassen. Für den aktiven Außendienst, der auch schon mal mit Fotos Berichte dokumentieren muss, also fast nicht zu gebrauchen, da man sich Abends nicht extra noch einmal hinsetzen will, um dann die Fotos erst nachträglich in die Berichte zu laden. Insbesondere dann nicht, wenn das Berichtswesen in Echtzeit protokolliert werden muss.
Nach wie vor ist man da mit einem auf Windows basierenden Netbook samt UMTS Stick allemal besser bedient, zumal man mit einem vollwertigen Betriebssystem auch sehr viel mehr Anwendungsmöglichkeiten hat. Wie gesagt, ich spreche hier nicht von Apps und Spielereien, sondern Businessanwendungen.
Zudem muss man sich natürlich auch die Preise ansehen. Das iPad kostet in der günstigsten UMTS Variante mit 16GB stolze 599 Euro, aktuell inklusive 3-4 Wochen Wartezeit. Vergleichbare Netbooks kosten dagegen nur etwa 350 Euro, haben 250 GB Speicherplatz und der Akku hält bei den aktuellen Versionen auch bis zu 10 Stunden. Das neue iPhone 4 kostet ohne Vertrag 999 Euro (offiziell in Deutschland aber leider nur mit 24-monatiger Vertragsbindung der Telekom zu haben). Ein vergleichbares Android Smartphone (z.B. HTC Desire, Samsung Galaxy S i9000) kostet gerade mal die Hälfte und ist jederzeit ohne Vertragsbindung zu haben. Android Apps gibt’s mittlerweile auch schon mehr als genug, also nicht unbedingt der Grund ein iPhone zu kaufen.
Übrigens: Alle, die jetzt denken, sie würden das ältere iPhone 3 GS jetzt günstiger bekommen sei gesagt, dass der alte Preis bislang konstant geblieben ist – selbst in Belgien, wo es das iPhone OHNE Vertragsbindung, also auch ohne SIM-Lock frei zu kaufen gibt. Schlägt die Apple Variante also mit satten 1598 Euro für beide Spielereien zu buche, kommt man in der freien Variante mit Netbook und Android Phone bereits mit 850 Euro weg und kann sogar auf vollwertige Betriebssysteme zurückgreifen, wobei man auf die Apps nicht verzichten muss. Klarer Vorteil gegen Apple also? - Na, da wollen wir dann doch mal nicht ganz so schnell sein.
Eine Klasse für sich sind die Geräte denn dann doch allemal. Wer schon mal ein iPad in der Hand hatte, der kennt den Neidfaktor und die Habgier, die einen plötzlich überkommt. Die Bedienung des iOS ist tatsächlich das Schönste, was ich bisher in die Finger bekommen habe. Dennoch werden die Schwächen in der Produktivität durch den extrem hohen Preis wieder vernichtet – im Gegenteil - es ist gerade der zu hohe Preis und die Zwangsbindung des iPhones an Service Provider, das der Konkurrenz Tür und Tor öffnet. Hat man den großen Touchscreen allerdings erst einmal in der Hand, wird schnell klar, dass der PC und Laptop Markt sich ein weiteres mal der Innovation von Apple anpassen werden muss, denn die Handhabung ist einfach mehr als genial. Genial – aber keinesfalls magisch, wie Apple es uns in seiner TV-Werbung weismachen will! Es handelt sich hier immer noch um Bits und Bytes und daran ist rein gar nichts magisches dran!
Wenigstens ist das iPad nicht auch noch an einen Netzbetreiber gebunden! Na also – geht doch! Warum kann das für das iPhone nicht auch endlich in allen Ländern umgesetzt werden? Es dürfte längst ein offenes Geheimnis sein, dass Apple an dem Umsatz der Netzbetreiber prozentual mit verdient! So gesehen hat die Konkurrenz also eigentlich sogar Glück, denn man stelle sich die Absatzmenge eines iPhones vor, das zu einem realistischen Preis auch noch frei verfügbar wäre... der Gedanke sollte Nokia, Samsung, HTC & Co jedenfalls gehörige Gänsehaut machen.
Worauf warten wir also noch? Na auf ein ultra flaches Windows Tablet mit Touchscreen und UMTS (oder besser noch LTE) für 350 Euro! Da aber HP, als der wahrscheinlich größte Konkurrent im PC Markt, bereits mit PalmOS eine Multimillionen-Dollar Verpflichtung eingegangen ist, anstatt auf Windows 7 oder lieber gleich dem kostenlosen Open Source Betriebssystem von Google aufzubauen, wird das Ganze wohl mal wieder ein lockeres Heimspiel von Apple werden, weil sich die so genannten Branchenriesen gegenseitig selbst im Weg stehen, anstatt mal klar Schiff zu machen. Schönen Gruß an dieser Stelle natürlich auch an Nokia.











